Eigentlich hatte ich einen Text über "Deutsche Probleme mit/von/bei Web 2.0" geplant. Obwohl ich ja kein Journalist bin, sondern "nur" Blogger, habe ich meine Kausalkette noch mal überprüft und zwei der drei Argumente wieder rausgeschmissen. Was also bleibt übrig? Mal gucken.
Was bleibt, wenn wir unsere Kontakte im Adressbuch, Freunde bei Xing, Skype, Flickr oder sonstwo mal genau anschauen? Genau: Auch wenn wir im Netz zusammenwachsen und dank Plazes wissen, wo unsere "Freunde" sind - meistens gehen wir irgendwann nach Hause (aka offline) und sind dann bei anderen Menschen und haben andere Dinge im Kopf. Doch schon auf dem Weg dorthin wird klar, dass die "Bewegung" im Netz im echten Leben noch nicht angekommen ist, im Gegenteil, sie ist noch weit entfernt
Wenn ich so auf dem BonanzaRad durch die Hansestadt fahre, merke ich das an jeder Ampel. Schon mal aufgefallen, dass die meisten abbiegenden Autofahrer nicht mehr gucken, ob jemand kommt und sie aus Rücksicht auf einen Mit-Verkehrsteilnehmer gegebenenfalls bremsen müssten? Nein, wenn dort ein Fahrradfahrer die Straße überqueren möchte, dann gucken die Autofahrer zuerst auf das Ampelmännchen, um zu überprüfen, ob der Radfahrer überhaupt berechtigt ist, zu diesem Zeitpunkt die Straße zu überqueren (und riskieren dabei oftmals einen verrenkten Nacken). Und wehe, wenn schon rot ist, war, oder wird (den Autofahrer kratzt das nicht), dann kann und wird er meckern oder besser, ein wenig näher an den Radler ranfahren. Keine Spur von sozialem Verhalten.
So ist das nun mal, wenn wir alle nach Hause gehen. Leider ist es ein Unterschied, ob wir (oder Johnny) uns im Netz über Merkel, Schäuble und die anderen aufregen, tolle Argumente, gar Beweise für deren Irrtümer finden. Wichtig wäre, zuhause weiter darüber zu reden, z.B. mit den Nachbarn, und Aktionen zu planen, wählen zu gehen (big one) etc.pp.
Wenn es dann aber schon fast zehn nach acht ist und gleich CSI: Hamburg Harburg beginnt, dann ist das natürlich wichtiger ...
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