Dieses Blog wird, noch lange nach seinem Ende (hint), vielen Google-Suchern als Anlaufstelle für Suchende nach Donnersmarck, Hübchen und komischerweise auch Mühe sein. Alles nur, weil der Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck mal in der Talkshow 3 nach 9 war, sich in meinen Augen daneben benommen hat, und ich darüber bloggte, zuerst hier, dann hier. Ich schrieb damals wenig bis garnix über den Film, denn ich hatte ihn noch nicht gesehen. Jetzt schon.
Filmisch finde ich "Das Leben der Anderen" ok. Manchmal etwas langweiligsam, Ulrich Mühe finde ich eher zäh. Er spielt zwar gut, braucht aber im ganzen Film auch nur zwei, maximal drei Gesichtsausdrücke. Bezugnehmend auf den Kritikpunkt von Henry Hübchen, kann ich nun sagen, dass sehe ich auch so. Das Verhalten von XX/07 kann man für die Stasizeit wohl nur als Ausnahme verstehen, nicht als Regel. Zwar wird die Zeit portraitiert, doch auf gewisse Art schön gefärbt.
Allerdings bekommt der Film von mir nur eine 4 (Schulnoten). Ich bin ein sehr rationaler Filmgucker, deshalb platzt die Story und all die schönen grauen Bilder in dem Moment, in dem die Stasi die Schreibmaschine unter der Diele findet. Warum ist die noch da? Lebensmüdigkeit? Jeder blöder Filmmörder schmeißt nach der Tat die Waffe in den Fluss, nur unser Autor nicht. Brauchte er die noch, habe ich was verpasst? Warum hat der Spiegel-Redakteur sie nicht einfach wieder mitgenommen? Insbesondere (wie wir leider erst in der Szene im Stasi-Archiv erfahren) wo erzählte Zeit doch so viel länger ist als Erzählzeit, muss ich doch glauben, dass zwischen Veröffentlichung des Artikels, Verhör und Festnahme mindestens eine Woche liegen, wird der Film plötzlich zu einer Konstruktion. Und damit so interessant wie Titanic (man weiß schon vorher dass das Boot sinkt) oder Apollo 13 (wird alles gut).
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